Listing Type : Nordrhein-Westfalen
Location : Bergisch Gladbach
Erwachsene : 4,50 €
Telefon : +49 (0) 2234 9921555
Anschrift : LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach
Straße : Alte Dombach
PLZ / Ort : 51465 Bergisch Gladbach

Nicht von Pappe – Die Geschichte des Papiers

Fachwerkhäuser in einer grünen Tallandschaft, Bachläufe und ein klapperndes Mühlrad – so empfängt die ehemalige Papiermühle ‚Alte Dombach’ Besucherinnen und Besucher. Heute ist an diesem Ort mit seiner reizvollen Atmosphäre ein Schauplatz des LVR-Industriemuseums zu finden. Seine spannende und unterhaltsame Ausstellung ist dem Werkstoff Papier gewidmet, einem Produkt, das aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Zwischen Lumpensammler und Labor

Beim Rundgang durch die historische Papiermühle erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie aufwendig die Herstellung von Papier und Pappe in der Zeit vor der Industriellen Revolution war. Heute entstehen in Deutschland mit computergesteuerten, über hundert Meter langen Maschinen 19 Millionen Tonnen Papier im Jahr. Das Museum setzt auf interaktive und anschauliche Vermittlung: Die Besucherinnen und Besucher können das Mühlrad beim Antrieb des polternden Lumpenstampfwerks beobachten und selbst ein Blatt Papier aus der Bütte schöpfen. Sie werden mit dem Lärm einer modernen Papierfabrik konfrontiert und können die Entstehung einer Papierbahn auf einer kleinen Papiermaschine verfolgen. Technikbegeisterte lassen sich von den Maschinen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beeindrucken, besonders von der 40 Meter langen Papiermaschine aus dem Jahr 1889. Und die detailgetreuen Modelle einer Papiermühle und einer Papierfabrik führen den gewaltigen Sprung von der handwerklichen zur industriellen Fertigung noch einmal auf eindrucksvolle Weise vor Augen.

Die Welt des Papiers

Nicht nur die Herstellung, sondern auch die Bedeutung und Nutzung des Mediums Papier ist Thema in der Alten Dombach. Der Anstieg des Papierverbrauchs zwischen 1800 und 2004 von einem halben auf 224 Kilogramm pro Kopf und Jahr in Deutschland ist der Rote Faden durch die Ausstellung. Ausstellungsstücke wie eine 150 Jahre alte Sammlung von liebevoll gestalteten Freundschaftsbriefchen, Räuber- und Liebesromane der 1820er Jahre, ein Papiertheater oder historische Verpackungen erzählen vom Papiergebrauch in früheren Zeiten. Selbst die Geschichte des Toilettenpapiers kommt nicht zu kurz.

Entdeckungen unter freiem Himmel

Neben den Gebäuden der ehemaligen Papiermühle ist auch das Außengelände in das Museum einbezogen. Hier sind weitere historische Maschinen zu finden. Die Besucherinnen und Besucher können einen Blick auf den rekonstruierten Mühlengraben werfen und durch den Schaugarten spazieren, in dem viele verschiedene Pflanzensorten wachsen, aus denen sich Papier herstellen lässt. Außerdem verdeutlichen gläserne ‚Wasserwürfel’ sowie ein Holzstapel, welche Mengen dieser Rohstoffe erforderlich sind, um hierzulande einen Menschen mit Papier zu versorgen.

Die Alte Dombach war aber nicht nur Produktionsstätte. Auf dem Gelände befinden sich auch Wohnungen für mehrere Papiermacherfamilien. In einem kleinen Arbeiterwohnhaus ist nachzuerleben, wie beengt die Menschen im 19. Jahrhundert wohnten und wie aufwendig und mühsam Hausarbeit und Vorratswirtschaft waren.

Gestern und heute
Die Papiermühle Alte Dombach wurde um 1620 gegründet. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder umgebaut und erweitert. Heute besteht sie aus zwei großen Produktionsgebäuden, den beiden Arbeiterwohnhäusern und Nebengebäuden. Kurz nach 1800 wurde die Neue Dombach 200 Meter talaufwärts gegründet. Sie entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einer typischen Fabrik, die Papier im industriellen Maßstab produzierte. Die Papiermaschinenhalle der Neuen Dombach ist heute auch Teil des Museums. Die Alte Dombach wurde um 1900, die Neue Dombach 1930 stillgelegt. Seitdem beherbergt die Alte Dombach Wohnungen, die Neue Dombach verschiedene Gewerbebetriebe. 1987 schenkten Familie und Firma Zanders die Alte Dombach an den Landschaftsverband Rheinland (LVR), der 1999 an diesem Ort einen Schauplatz des LVR-Industriemuseums eröffnete.

Ein besonderes Ausflugsziel

Das LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombachist ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie: Sowohl technik- als auch kulturhistorisch Interessierte kommen auf ihre Kosten. Der Rundgang mit Maschinenvorführungen und Papierschöpfen, der auch als Hörführung in deutscher, englischer, französischer und niederländischer Sprache angeboten wird, macht gerade Kindern viel Spaß. Diese können sich nach dem „schöpferischen“ Ausstellungsbesuch auf einem kleinen Spielplatz im Museumsgelände austoben, während ihre Eltern im Museumsshop nach schönen Dingen aus Papier stöbern, im Café eine Erfrischung einnehmen oder einfach nur die schöne Umgebung genießen.

Unterhaltsame und erlebnisreiche Programmvielfalt

Ein umfangreiches museumspädagogisches Programm mit attraktiven Aktivitäten für Freizeit und Bildung ergänzen die Angebote des Museums. Gruppenführungen können für alle Altersstufen und zu verschiedenen Themenbereichen gebucht werden. Jeweils am ersten Sonntag im Monat finden Führungen für Erwachsene und speziell für Kinder statt. Regelmäßig werden Kurse zum kreativen Umgang mit Papier und zum Papierschöpfen angeboten. Auch das Feiern kommt in Bergisch Gladbach nicht zu kurz. Jedes Jahr ziehen das Museumsfest und der Papiermarkt die Besucherinnen und Besucher in ihren Bann. Darüber hinaus können Kinder ihren Geburtstag im Museum feiern.

Sieben Schauplätze, ein Museum

Die Papiermühle Alte Dombach ist einer von insgesamt sieben Schauplätzen des LVR-Industriemuseums, die im Verbund ein einzigartiges Museums bilden. In zum Teil denkmalgeschützten Fabriken wird am authentischen Ort spannend und anschaulich die Geschichte der Industrie im Rheinland und der dort beschäftigten Menschen erzählt. Dabei stehen die zentralen Branchen Metall, Textil, Papier und Elektrizität im Mittelpunkt. Neben der ehemaligen Papiermühle Alte Dombach warten auch die anderen Schauplätze darauf, entdeckt zu werden: die Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen, das Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen, die Tuchfabrik Müller in Euskirchen, die Textilfabrik Cromford in Ratingen und die Zinkfabrik Altenberg mit dem Peter-Behrens-Bau, sowie die St. Antony-Hütte und das Museum Eisenheim in Oberhausen. In Oberhausen befindet sich außerdem die Museumszentrale mit Direktion, Verwaltung, Depots, Bibliothek, Fotoarchiv und Werkstätten. Gründer und Träger des LVR-Industriemuseums ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Features
Audioguide
Baby-Wickelraum
Behindertengerecht
Eigene Parkplätze
Getränkeautomat / Snacks
Gruppenführungen
Kostenloses WLAN
Museum Shop
Online-Tickets
Restaurant (SB)
Tiere erlaubt
Toiletten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vorgeschlagene Museen